Vergleich Drupal vs. WordPress – was ist das bessere System?
Vor einiger Zeit begann die Umstellung einer von mir mitbetreuten Web-Seite auf Drupal als Seiten-Auslieferungssystem Die Entscheidung für Drupal und gegen das damals eingesetzte WordPress viel aufgrund zahlreicher “Sonderwünsche”, die an das “neue” System gestellt waren. Die größte Anforderung war, dass unser neues System möglichst viel “Community-Funktionen” unterstützt – der User stand ganz Web 2.0 like im Mittelpunkt. Die Entscheidung viel letztendlich auf das für mich neue Drupal. Nachfolgend möchte ich einen Vergleich der beiden System bieten, wobei ich die Erfahrungen anderer zusammenfasse.
Einen ersten Überblick über beide Systeme kommt von Frank Helmschrott, der im Upload-Magazin beide Systeme vergleicht: Drupal – das bessere WordPress? Für beide Systeme findet sich bereits eine große Schar an Entwicklern und Designern rund um das jeweilige System. Drupal aber besitzt eine noch kleinere Community, wodurch schon mal das eine oder andere Plugin fehlen kann, beispielsweise im Antispam-Bereich.
Frank Helmschrott zieht als Fazit, dass WordPress stark auf das Bloggen spezialisiert ist und hier Punkten kann. Dies zeigt sich auch bei der Installation — ein neues WordPress-Blog ist schnell aufgesetzt und (technisch) in Betrieb genommen. Drupal hingegen sei ein flexibles und modulares Baukastensystem, was letztendlich bedeutet, dass es noch auf die eigenen Wünsche anzupassen ist.
Zu einer Entscheidung für Drupal und gegen WordPress kommt der Betreiber von rausgebloggt.de in seinem Beitrag: WordPress vs. Drupal: ich werde wechseln. Der “professionelle Laie” — wie er sich selbst bezeichnet — mag vor allem die deutlich höhere Flexibilität von Drupal. Vor allem beschreibt er den Wunsch nach einem System, dass verschiedene Systeme (z.B. Wiki) und Themenblogs unter einem Dach vereinigt.
Einen ähnlichen Wunsch habe auch ich — warum brauche ich für meine ganzen Web-Seite jeweils eine eigene Installation? Warum muss ich meine Plugins für alle “zig” Seiten aktualisieren? Warum geht es nicht zentral?
Fazit
WordPress eignet sich hervorragend zum Bloggen: Es ist einfach, übersichtlich und schnell aufgesetzt. Die Community um WordPress ist groß, es gibt genügend Themes und Plugins. Auch Drupal wartet mit immer mehr Community-Beiträgen auf und ist ebenso für’s Bloggen geeignet. Wer mehr als Bloggen will, kommt im direkten Vergleich nur mit Drupal sinnvoll weiter.
Nachfolgend gibt es noch einpaar Links mit weiterführenden Seiten:
- Professional Blog Software Reviews – Introduction – Auf der englisch-sprachigen Seite gibt es eine Liste mit weitere Blog-Systemen und einer kurzen Bewertung.
- Blog Software Smackdown: The Big 3 Reviewed – Ebenso auf englisch vergleicht diese Seite die drei großen System miteinander: WordPress, Moveable Type und Textpattern.
- Drupal vs. WordPress: Which is better for blogging? – Und wieder englisch kommt ein Beitrag auf linux.com daher. Sehr interessant ist die Aufteilung nach relevanten Fragestellungen, etwa nach der Nutzerfreundlichkeit, wie Inhalte erstellt werden können und welche Logs und Statistik-Auswertungen es gibt.

18.09.2008 um 17:08
Hallo Michael,
fast richtig mit dem MU-Wordpress! Dieser sehr interessante Zweig der WordPress-Entwicklung ist gut für Subdomains, nicht aber für verschiedene Domains.
Also für blogA.domain.tdl und blogB.domain.tdl. Was nicht klappt ist blogA.tdl und blogB.tdl.
Gruß, Stefan
18.09.2008 um 16:31
“warum brauche ich für meine ganzen Web-Seite jeweils eine eigene Installation? Warum muss ich meine Plugins für alle “zig” Seiten aktualisieren? Warum geht es nicht zentral?”
Wenn man dazu WordPress einsetzen will geht das auch relativ einfach: http://mu.wordpress.org
Ich plane aber auch schon länger mich in Drupal einzuarbeiten, letztendlich fehlt mir bisher nur die Zeit, bzw. die Dringlichkeit.
Schöne Grüße
24.09.2009 um 10:27
Ich bin der Betreiber von rausgebloggt.de und bin mittlerweile nicht nur wieder zu WordPress zurückgekehrt, sondern mittlerweile auch auf WordPress MU gewechselt. Der Grund liegt weniger darin, dass ich mit Drupal ‘gescheiterte’ bin als dass ich nicht dazu gekommen bin all die Dinge, die ich eigentlich mit Hilfe von Drupal realisieren wollte umzusetzen. Es blieb beim reinen Bloggen (und zeitweise kam ich nicht mal dazu).
Mit WordPress MU (WPMU) habe ich eine Basis, die gleich zentral aufs Bloggen ausgerichtet ist und mittlerweile lassen sich auch mittels Plugin unterschiedliche Domains auf einer WPMU Installation betreiben. Ein wenig ausführlicher habe ich die Angelegenheit <a href=”http://nsah.de/warum-statt-drupal-habari-oder-wordpress-normal-nun-wpmu.htm”>hier</a> beschrieben.
16.08.2011 um 01:02
Drupal interessiert mich schon länger, deswegen habe zum testen in xampp installiert und Drupal in Version 7.7 aufgesetzt.
Dazu passend gleich ein paar freie Themen gezogen in den Ordner Themes gelegt.
Nach der Installation, die bei 7.7 recht flott geht, musste ich feststellen das die geladenen Themen nicht mit der Version 7.7 kompatibel sind.
Nach einem Update mussen also immer alle Themen neu angepasst werden. Viel Spaß auch Leute!
Für mich ein Ausschlusskriterium!
Mag sein dass eigene Module schnell rein programmiert sind und dadurch alles flexibler ist, aber WorrdPress kann auch mehr als nur Bloggen
Sprich Pages erstellen usw.Für meine mittelständischen Projekte hat WordPress bisher immer ausgereicht.
Wenn ich mir vorstelle, wie viel unnötige Arbeit auf mich zu kommen würde, wenn ich gezwungen wäre wegen Security-Problemen ein Update machen zu müssen und dann alle 100 Templates meiner Kunden nachzubessern!
Drupal nein Danke!
16.08.2011 um 11:21
@Torsten
Wer bisher gut mit WordPress ausgekommen ist, wird wenig Gründe haben auf Drupal umzusatteln außer man benötigt wirklich die umfassendere Funktionalität von Drupal, die aber immer auch mit erhöhten Anforderungen bzgl. Know-How und Arbeitszeit einhergeht.
Allerdings vermute ich, dass deine Argumentation auf einem Missverständnis beruht. Während bei WordPress es sicher ratsam ist stets die aktuellste Version zu installieren, ist es bei Drupal traditionell etwas anders. Dort lohnt sich zwar auch stets die Installation der neuesten Version, aber wenn ein Majorupdate mit voller Versionsnummer erscheint, dauert es in der Regel sehr lange bis diese neue Version wirklich im Produktiveinsatz verwendet werden sollte. Es sind z.B. derzeit immer noch nicht alle wichtigen Module und Themes für den Einsatz mit Drupal 7 angepasst. Der Zeitpunkt zu dem es ratsam war Produktivseiten von Drupal 5 auf 6 umzustellen lag auch weit hinter dem ersten Erscheinungstermin von Drupal 6.
Wer im Moment mit Drupal starten will, sollte sich ruhig noch der Version 6 zuwenden. Die 6er Linie wird weiterhin genauso regelmäßig aktualisiert, während man mit der Version 7 noch in vielen Fällen mit nicht angepassten Modulen und Themes rechnen muss.
Dass ein Majorupgrade auch Mal eine Umstallung bzgl. der Themes mit sich bringen kann ist zwar oft problematisch aber manchmal sinnvoll und auch bei WordPress musste man in der Vergangenheit ggf. mal das Theme anpassen.
Ich vermute, dass du versucht hast Drupal 7 mit für Drupal 6 vorgesehenen Themes zu betreiben. Daraus allerdings zu schließen man müsste nach jedem kleineren Sicherheitsupdate die Themes und Module anpassen ist ein Irrtum. Da läuft es bei Drupal nicht anders als bei WordPress. Bei letzterem musste man übrigens auch gelegentlich für angepasste Plugins oder Themes sorgen.